Lithium-Eisenphosphat-Technologie verspricht hohe Lebensdauer

August 12, 2009 3:18 pm | Uncategorized

Tokio (pte/12.08.2009/12:40) - Sony hat einen neuen Typ
Lithium-basierter Akkus entwickelt, der hohe Leistungsfähigkeit bei
langer Lebensdauer in Aussicht stellt. Dazu nutzen die Batterien, die
laut Unternehmen in nur 30 Minuten praktisch komplett aufgeladen werden
können, kristallines Lithium-Eisenphosphat als Kathodenmaterial.
Zunächst sollen Sonys Lithium-Eisenphosphat-Akkus in Elektrowerkzeugen
zum Einsatz kommen, um in weiterer Folge diverse mobile Elektronikgeräte
zu erobern. Die Auslieferung der neuen Batterie hat dem Unternehmen
zufolge bereits im Juni dieses Jahres begonnen.

Die genutzte Form des Lithium-Eisenphosphats ist Sony zufolge besonders
als Kathodenmaterial geeignet, da es eine beständige kristalline
Struktur hat und auch bei hohen Temperaturen eine stabile Performance
bietet. Ein wichtiger Vorteil der Technologie gegenüber herkömmlichen
Lithium-Ionen-Akkus ist, dass es nicht zu brandgefährlichen
Überhitzungsvorgängen kommen kann – ein Risiko, das schon zu zahlreichen
Rückholaktionen bei großen Computer- und Elektronikherstellern geführt
hat. Unter anderem betraf es Sony im Jahr 2006 und im Mai dieses Jahres
HP (pressetext berichtete).

Der neue Sony-Akku kann dem Konzern zufolge in nur 30 Minuten auf 99
Prozent seiner Kapazität geladen werden. Damit dauere das Laden halb so
lange wie bei Sonys bisherigen Akkus mit Kobaltoxid-Kathoden. Die
zylindrische Zelle von Typ 18650 mit 18 Millimetern Durchmesser und 65
Millimetern Höhe erreicht laut Konzern eine Kapazität von 1,1
Amperestunden. Die Lebensdauer, ehe die Kapazität auf 80 Prozent des
Ursprungswerts sinkt, wird mit etwa 2.000 Ladezyklen angegeben. Das
Akku-Design erreicht dem Konzern zufolge eine Energiedichte von 95
Wattstunden pro Kilogramm (Wh/kg) und eine Leistungsdichte von 1.800
Watt pro Kilogramm. Die Nennspannung liegt bei 3,2 Volt, der maximale
kontinuierliche Entladestrom bei 20 Ampere.

“Es ist bemerkenswert, dass die Leistungsdaten mit einer relativ kleinen
Zelle erreicht werden”, meint dazu Detlev Repenning, Geschäftsführer bei
der Lübecker Oberflächen- und Materialtechnologie (o.m.t) omt.de
, auf Nachfrage von pressetext. Abgesehen davon entsprächen die Daten
des Sony-Akkus allerdings heute zu erwartenden Standards für die
Lithium-Eisenphosphattechnologie. Bei o.m.t wird mit Förderung der
Deutschen Bundesstiftung Umwelt http://www.dbu.de derzeit an
leistungsfähigen Akkus mit eben dieser Technologie gearbeitet, die auch
für die Automobil- und Kraftwerksindustrie interessant sind. “Kleine
Zellen sind für mobile Anwendungen aber nicht geeignet, weil hierzu die
Energiedichten zu gering sind oder viel zu viele Zellen verschaltet
werden müssten”, betont Repenning. Er erwartet, dass für größere Zellen
deutlich über 4.000 Ladezyklen, Energiedichten über 140 Wh/kg und ein
Aufladen in unter 15 Minuten möglich sein werden.

Selbst damit wird das Potenzial der Lithium-Eisenphosphat-Technologie
noch nicht unbedingt ausgeschöpft sein. Forscher am Massachusetts
Institute of Technology haben im Frühjahr einen
Materialverarbeitungsansatz vorgestellt, durch den Ladevorgänge bei
Akkus mit diesem Kathodematerial nochmals deutlich beschleunigt werden
könnten – für Kompaktzellen, die derzeit sechs Minuten brauchen, auf
zehn bis 20 Sekunden. In zwei bis drei Jahren könnten wirklich
superschnell ladende Akkus Realität werden, so damals die Einschätzung
der US-Forscher.

Aussender: pressetext.deutschland
Redakteur: Thomas Pichler

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